Beim heutigen 3. Branchendialog Automobilindustrie hat die Thüringer Landesregierung gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Verbänden, Arbeitsverwaltung und weiteren Institutionen mehrere konkrete Maßnahmen zur Unterstützung des Transformationsprozesses der Branche beschlossen. Übergreifendes Ziel bleibt es, den Strukturwandel aktiv zu gestalten und zukunftsfähige Arbeitsplätze in der Thüringer Zulieferbranche zu sichern oder neu zu schaffen.
Die Automobil- und Zulieferindustrie zählt trotz rückläufiger Umsatz- und Beschäftigtenzahlen weiterhin zu den Schlüsselbranchen im Freistaat. Der seit März 2025 wieder aufgenommene Branchendialog dient als zentrale Plattform, um Herausforderungen gemeinsam zu analysieren und konkrete Lösungsansätze zu entwickeln.
„Die Automobilindustrie steht auch in Thüringen vor tiefgreifenden Veränderungen. Unser Ziel ist es, diesen Wandel aktiv zu begleiten und neue Chancen für Wertschöpfung und Beschäftigung zu eröffnen“, sagte Wirtschaftsministerin Colette Boos-John im Anschluss an das Treffen. „Es war deshalb wichtig, dass wir mit dem Branchendialog tragfähige Lösungen zur Unterstützung der Branche entwickeln konnten. Diesen Weg werden wir konsequent fortsetzen.“
Im Mittelpunkt der dritten Sitzung des Lenkungskreises standen mehrere konkrete Maßnahmen:
- Bürokratieabbau wird konkret angegangen: Die IHK Südthüringen wird gemeinsam mit dem Thüringer Wirtschaftsministerium und der Staatskanzlei im Mai 2026 einen Workshop durchführen. Ziel ist es, weitere bürokratische Belastungen aus Sicht der Unternehmen zu identifizieren und gezielt abzubauen.
- Innovation als Schlüssel für neue Geschäftsmodelle: Der automotive thüringen e. V. zeigt anhand eines Demonstrators („Mittelkonsole“), wie durch Innovationen im Fahrzeuginnenraum neue Wertschöpfung entstehen kann. Weitere Projekte – etwa zum „Sitz der Zukunft“ – sind in Vorbereitung und sollen die Zusammenarbeit von Forschung und Industrie stärken.
- Transformationsnetzwerk für die Branche geplant: Mit Unterstützung einer Bundesförderung soll auf der Basis vorhandener Angebote ein landesweites Transformationsnetzwerk aufgebaut werden. Dieses soll Unternehmen als zentrale Anlaufstelle dienen und den Wandel der Branche aktiv begleiten.
- Fachkräfte und Qualifizierung im Fokus: Die Weiterbildungsagentur Thüringen, eine gemeinsame Plattform von Thüringer Arbeitsagenturen und Thüringer Landesverwaltungsamt, wird gezielt weiterentwickelt. Gemeinsam mit Instrumenten wie der „Arbeitsmarktdrehscheibe“ sollen Beschäftigte frühzeitig neue berufliche Perspektiven erhalten und Unternehmen bei der Fachkräftesicherung unterstützt werden. Dazu erfolgt die Verknüpfung mit bestehenden Initiativen wie der Allianz für Berufsbildung und Fachkräfteentwicklung.
Thüringen könne den Strukturwandel nicht aufhalten – aber sich mit diesen und weiteren Maßnahmen besser auf die anstehenden Veränderungen einstellen. „Wir gehen jetzt von der Analyse in die Umsetzung“, sagte die Ministerin. „Mit konkreten Initiativen – vom Bürokratieabbau über Innovationsprojekte bis hin zur Fachkräftesicherung – stärken wir die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen.“
Zugleich bekräftigte die Ministerin, dass sich das Land weiterhin auf allen Ebenen – Land, Bund und EU – für bessere Rahmenbedingungen einsetze. Im Fokus stehen insbesondere Bürokratieabbau, Energiefragen sowie Fachkräftesicherung und der Umgang mit dem demografischen Wandel. Auf Landesebene seien bereits große Fortschritte etwa bei der Bündelung von Förderprogrammen, der Digitalisierung von Antragsverfahren und durch Vereinfachungen im Vergaberecht erreicht worden.
„Ich bin überzeugt: Thüringen wird auch in Zukunft ein starker Automotive-Standort bleiben“, so die Ministerin. Der Branchendialog, der künftig einmal jährlich stattfinden wird, bleibe dabei ein wichtiges Format, um aktuelle Entwicklungen und neue Impulse aufzunehmen, Wirtschaft und Politik eng zu verzahnen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.
Stephan Krauß
Pressesprecher