Einen Förderbescheid über 300.000 Euro hat Thüringens Landwirtschaftsministerin Colette Boos-John im Rahmen ihrer „Landleben“-Tour heute an die Gemeinde Schwabhausen (Landkreis Gotha) übergeben. Damit unterstützt der Freistaat den Bau einer seniorengerechten Wohnanlage im Ort. Die Mittel stammen aus dem Programm „Integrierte Ländliche Entwicklung“ (ILE). Die Gesamtkosten des Vorhabens belaufen sich auf gut 900.000 Euro. Darüber hinaus informierte sich die Ministerin über das Projekt einer Mehrgenerationenküche im Gemeindehaus der Kirchgemeinde Schwabhausen, das über ein ILE-Regionalbudget mit rund 9.800 Euro gefördert wurde.
„Mit meiner Landleben-Tour möchte ich spannende, zukunftsorientierte Projekte und Initiativen aus den ländlichen Regionen Thüringens in den Fokus rücken“, sagte die Ministerin. „Gute Wohn- und Lebensbedingungen umfassen nicht nur attraktive Ortskerne oder eine gute Infrastruktur, sondern auch passende Wohnangebote für alle Generationen. Das Projekt in Schwabhausen ist dafür ein gelungenes Beispiel.“
Die Entwicklung des ländlichen Raums könne nur im engen Zusammenspiel von engagierten Kommunen, Vereinen, Unternehmen, engagierten Bürgerinnen und Bürgern vor Ort und verlässlichen Förderangeboten von Land, Bund und EU gelingen. „Lebensqualität ist, wenn man auch im Alter in seinem vertrauten Umfeld wohnen kann, wenn es soziale Treffpunkte gibt, die das Miteinander im Ort stärken“, sagte die Ministerin: „Projekte wie die Seniorenwohnanlage oder die Mehrgenerationenküche zeigen deshalb sehr eindrücklich, wie wichtig eine verlässliche Förderung des ländlichen Raums ist.“ Erst am vergangenen Freitag hatte sich Thüringen deshalb zusammen mit anderen Ländern im Bundesrat dafür eingesetzt, dass die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union, aus der sich zu großen Teilen auch das ILE-Programm speist, nach 2027 weiterhin auskömmlich finanziert wird.
Hintergrund
Rund 90 Prozent der Fläche Thüringens gehören zum ländlichen Raum. Er ist damit prägend für das Leben, die Wirtschaft und die Identität des Freistaats. Gleichzeitig stehen die ländlichen Regionen des Landes in vielen Bereichen vor großen Herausforderungen – von der Grundversorgung über den Nahverkehr, den Infrastrukturausbau bis hin zur Sicherung von Gewerbe und Arbeitsplätzen.
Vor diesem Hintergrund besucht Landwirtschaftsministerin Colette Boos-John auf ihrer diesjährigen Sommertour vom dem 6. bis 18. Juli Gemeinden, Projekte und Akteure in den ländlichen Regionen des Freistaats. Unter dem Titel „Leute.Machen.Land. – Die Landleben-Tour“ informiert sie sich auf insgesamt rund 30 Stationen vor Ort über positive Beispiele, neue Ansätze, aber auch Herausforderungen für die ländliche Entwicklung Thüringens.
Um den ländlichen Raum als Wirtschafts-, Arbeits-, Lebens- und Erholungsstandort langfristig zu stärken, stellt das Land jährlich bis zu 60 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds (ELER) und der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) zur Verfügung, u.a. in Programmen wie der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE).
Stephan Krauß
Pressesprecher