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Bruttoinlandsprodukt: Thüringen nach zwei Rezessionsjahren wieder auf Wachstumskurs


Boos-John: Wirtschaft hat wieder den Vorwärtsgang eingelegt – aber Industrie- und Baumotor stottert noch

Nach heute vorgelegten Zahlen des Landesamts für Statistik ist das Thüringer Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2025 moderat um 0,4 Prozent gestiegen und liegt damit über dem Bundesdurchschnitt von 0,2 Prozent. „Die gute Nachricht ist: Nach zwei Rezessionsjahren hat Thüringen wieder den Vorwärtsgang eingelegt“, kommentierte Wirtschaftsministerin Colette Boos-John die Zahlen. Insgesamt sei das Ergebnis unter den gegebenen Umständen „zufriedenstellend, wenn auch noch nicht befriedigend“. „Aufgabe für die kommenden Jahre wird es sein, weitere Gänge hochzuschalten und den Aufschwung zu beschleunigen.“

Im Hinblick auf die Wirtschaftsleistung Thüringens sei vor allem der Umschwung von minus zwei Prozent im Jahr 2024 auf plus 0,4 Prozent im letzten Jahr beachtlich gewesen, sagte die Ministerin weiter. „Das zeigt: Hier hat sich grundsätzlich etwas in eine positive Richtung bewegt.“ Erfreulich sei auch die Tatsache, dass Thüringen beim BIP je Erwerbstätigem mit 1,5 Prozent den zweithöchsten Zuwachs aller Bundesländer verzeichnet. „Damit gehen wir einen weiteren großen Schritt, um die Produktivitätslücke gegenüber anderen Regionen zu verringern“, so die Ministerin.

Die Herausforderungen für die kommenden Jahre bleiben dennoch groß: So wurde das Wirtschaftswachstum im Freistaat vor allem durch die öffentlichen Ausgaben für Dienstleistungen, Erziehung und Gesundheit sowie die Entwicklung im Bereich „Handel, Verkehr, Lagerei und Gastgewerbe“ getrieben. Dagegen habe das Baugewerbe eine deutlich rückläufige Entwicklung verzeichnet, während die Industrie angesichts schwieriger Rahmenbedingungen lediglich eine „konjunkturelle Seitwärtsbewegung“ gemacht habe, so Boos-John. Die Land- und Forstwirtschaft wiederum hat sich mit einem Plus von 4,7 Prozent überdurchschnittlich gut entwickelt – allerdings kann dieser Sektor ausbleibende Wachstumsimpulse in anderen Wirtschaftszeigen nur begrenzt ausgleichen.

„Für einen selbsttragenden Wirtschaftsaufschwung müssen vor allem der Industriemotor und die Baukonjunktur wieder anspringen“, betonte die Wirtschaftsministerin. Dafür seien stabilere geopolitische Rahmenbedingungen für die Exportwirtschaft, aber auch mehr Rückenwind von der Bundes- und EU-Ebene vonnöten. Zu den vordringlichsten Aufgaben gehören aus ihrer Sicht dabei die Schaffung wettbewerbsfähiger Energiepreise, der Abbau überflüssiger Bürokratie, die Senkung der Steuer- und Abgabenlast für die Betriebe sowie eine wirksame Begrenzung der immer weiter steigenden Sozialausgaben. Das Land werde seinen Beitrag durch weitere Verbesserungen in der Standort- und Förderpolitik und den Abbau bürokratischer Regulierungen leisten.

 

Stephan Krauß
Pressesprecher, Referatsleiter

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