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Förderbescheid übergeben: X-FAB baut Erfurt zum Zentrum für Mikrosystemtechnik aus


Bund und Freistaat Thüringen unterstützen Schlüsselprojekt für Zukunft des Mikroelektronikstandorts Thüringen mit 127,4 Millionen Euro

Einen Förderbescheid über 127,4 Millionen Euro haben Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt, Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John und Erfurts Oberbürgermeister Andreas Horn heute in Erfurt an die X-FAB MEMS Foundry GmbH übergeben. Mit der Förderung von Bund und Freistaat Thüringen wird die Erweiterung der Fertigungskapazität mit dem Bau eines neuen Reinraums am Standort Erfurt unterstützt. Das Vorhaben „Fab4Micro“ zählt zu den bedeutendsten Industrieinvestitionen der vergangenen Jahre in Thüringen. Die EU-Kommission hatte im Dezember 2025 grünes Licht für die Förderung gegeben. Das Projekt ist ein wichtiger Baustein des „European Chips Act“ (ECA), mit dem Europa seine technologische Unabhängigkeit bei Halbleitern stärken will.

Die neue Produktionsstätte soll bis Ende 2028 die erste Produktion aufnehmen. Damit erweitert X-FAB seine Fertigungskapazität für Mikro-Elektro-Mechanische-Systeme (MEMS), hochintegrierte Mikrosysteme und Photonik. MEMS sind Systeme aus elektronischen, sensorischen und mechanischen Elementen im Mikro- und Nanometerbereich, die zum Beispiel in Smartphones, Fahrzeugen, Medizinprodukten usw. zum Einsatz kommen. Darüber hinaus entstehen neue Fertigungsmöglichkeiten für besonders leistungsfähige Mikrosysteme, die mithilfe heterogener Integrationstechnologie zahlreiche elektronische und optische Funktionen in einem einzigen Bauteil vereinen, wie sie beispielsweise für Rechenzentren oder optische Systeme benötigt werden. Das Fab4Micro-Projekt trägt auch dazu bei, neue hochqualifizierte Arbeitsplätze im Bereich Mikrosysteme zu schaffen.

„Die bewusste Investitionsentscheidung zu Gunsten des Erfurter Standorts zeigt: Der Freistaat wird als wettbewerbsfähiger Industriestandort wahrgenommen und bietet optimale Investitionsbedingungen. Damit etabliert sich Thüringen weiter als bedeutender Mikroelektronik- und Halbleiterstandort im Herzen Europas und sichert hochwertige Produktion und Arbeitsplätze in Thüringen“, sagte Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt. „Zugleich ist ‚Fab4Micro‘ ein Schlüsselprojekt für die technologische Souveränität Deutschlands und Europas. Wer bei den Technologien von morgen unabhängig sein will, muss sie auch selbst entwickeln und produzieren können. Genau dafür steht diese Investition in Erfurt.“

„Wir danken der Bundesregierung und dem Freistaat Thüringen sehr für ihr Engagement, das unser Projekt ‚Fab4Micro‘ möglich macht. Die Förderung ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg, unseren Standort Erfurt zum Mikrosystem-Hub von X-FAB auszubauen. Als der Ort, an dem die Geschichte von X-FAB vor mehr als 30 Jahren begann, hat Erfurt für unser Unternehmen eine besondere Bedeutung – und diese Investition ist ein starkes Bekenntnis zu seiner Zukunft“, sagte Damien Macq, CEO der X-FAB-Gruppe. „Sie unterstützt unsere Strategie der Spezialisierung und Diversifizierung und stärkt einen Standort weiter, der bereits heute als Kompetenzzentrum für Mikrosystemtechnik anerkannt ist. Der neue Reinraum ermöglicht es uns, Kapazitäten und Fähigkeiten schrittweise auszubauen – im Einklang mit der Nachfrage und der Beteiligung unserer Kunden. Mit unserer Expertise in heterogener Integration und Wafer-Level-Packaging unterstützt das Fab4Micro-Projekt auch unsere Aktivitäten in Wachstumsmärkten wie der Photonik für Rechenzentren.“

Dr. Gabriel Kittler, Geschäftsführer von X-FAB am Standort Erfurt, ergänzte: „Wir schaffen die Grundlage für die Fertigung innovativer Mikrosystem- und Photoniklösungen im industriellen Maßstab und stärken damit Erfurts Rolle im Halbleiter-Ökosystem in Thüringen, Deutschland und Europa. Mit Zugang zu fortschrittlichen Integrations- und Packaging-Technologien sowie zu entsprechenden Fertigungskapazitäten – auch für kleine und mittlere Unternehmen, die in ihren Märkten häufig Hidden Champions sind – leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Souveränität Europas in der Mikroelektronik.“ 

Der Weg bis zur heutigen Bescheidübergabe sei lang und anspruchsvoll gewesen, machte Wirtschaftsministerin Colette Boos-John deutlich. „X-FAB gehörte zu den ersten deutschen Unternehmen, deren Projekte im Rahmen des European Chips Act im vergangenen Jahr die beihilferechtliche Genehmigung erhalten haben. Der Freistaat Thüringen hat das Projekt von Anfang an intensiv begleitet und engagiert sich auch förderseitig in erheblichem Umfang.“ Während der Bund rund 80,3 Millionen Euro bereitstellt, kommen aus Thüringen weitere 47,1 Millionen Euro. Damit hat der Freistaat einen deutlich höheren Förderanteil übernommen als ursprünglich vorgesehen und trägt auf diese Weise maßgeblich dazu bei, dass das Vorhaben umgesetzt wird. „‘Fab4Micro‘ ist ein Leuchtturmprojekt für Thüringen und Europa“, so Boos-John weiter. „Die Förderung ist gut angelegtes Geld. Die Investition stärkt unsere technologische Unabhängigkeit in einem strategisch entscheidenden Zukunftsmarkt und sichert die langfristige Perspektive des Standorts Erfurt.“

Die heutige Förderbescheidübergabe zeige auch: „Thüringen kann anspruchsvolle Industrieprojekte erfolgreich begleiten – von der ersten Projektidee über die europäischen Genehmigungsprozesse bis zur eigentlichen Investitionsentscheidung. Gemeinsam mit X FAB, dem Bund und den europäischen Institutionen sind in vergleichsweise kurzer alle Weichen gestellt werden, damit diese Zukunftsinvestition nunmehr in Erfurt realisiert werden kann“, so die Wirtschaftsministerin.

Der Freistaat ist ein traditionsreicher Mikroelektronikstandort in Deutschland. Aktuell sind in Thüringen über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg mehr als 70 Unternehmen im Bereich der Halbleiterfertigung ansässig – vom Design und dem Produktprototyping über die Fertigung und das Packaging bis hin zur Volumenproduktion integrierter Schaltkreise. Hinzu kommen enge Verknüpfungen zur Sensorik, Optik und Photonik einschließlich des verbundenen Sondermaschinenbaus sowie zu den Materialwissenschaften und der Werkstofftechnik. X-FAB nimmt in diesem Halbleiter-Ökosystem eine herausragende Stellung als industrielles Ankerunternehmen und wichtiger Partner für die mittelständische Wirtschaft und Forschungseinrichtungen ein.

Erfurts Oberbürgermeister Andreas Horn erklärte: X-FAB gehört seit Jahrzehnten zu den prägenden Industrieunternehmen unserer Stadt. Die Entscheidung für den Ausbau in Erfurt ist ein starkes Signal für den gesamten Wirtschafts- und Technologiestandort. Sie stärkt die industrielle Basis und erhöht die internationale Sichtbarkeit Erfurts als Hightech-Standort. Nun gilt es, auch die Zugkraft dieser Großinvestition für die Stadt zu nutzen.


Über X-FAB 
X-FAB ist eine globale Foundry-Gruppe, die ihren Kunden mit einem umfassenden Angebot an Spezial-technologien und Design-IP die Entwicklung weltweit führender Halbleiterprodukte ermöglicht. Diese werden in den sechs Waferfabriken von X-FAB in Malaysia, Deutschland, Frankreich und den USA gefertigt. Mit Expertise in den Bereichen Analog-/Mixed-Signal-Technologien, Mikrosysteme, Photonik, Siliziumkarbid (SiC) und Galliumnitrid (GaN) ist X-FAB der Entwicklungs- und Fertigungspartner für seine Kunden, die vor allem die Endmärkte Automobil, Industrie und Medizin bedienen. X-FAB beschäftigt rund 4.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist seit April 2017 an der Euronext Paris notiert (XFAB). Weitere Informationen finden Sie unter www.xfab.com.

Zukunftsbezogene Aussagen
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Stephan Krauß
Pressesprecher
 

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