Seitenbeginn Zur Hauptnavigation Zum Seiteninhalt

InnoCON Thüringen 2026: Thüringer Unternehmen investieren überdurchschnittlich in Forschung und Entwicklung


Wirtschaftsministerin Boos-John: „Innovationen noch schneller in marktfähige Produkte und Prozesse überführen“

Die Thüringer Unternehmen geben überdurchschnittlich viel Geld für Forschung und Entwicklung aus. Das geht aus der „Innovationserhebung Thüringen“ hervor, die vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Auftrag des Landes erstellt wurde. Danach lag die Innovationsintensität – also der Anteil der Innovationsausgaben am Umsatz – in Thüringen bei 3,2 Prozent und damit über dem Bundesdurchschnitt von 2,7 Prozent. Besonders stark schnitten dabei kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ab: Ihre Innovationsintensität liegt mit 2,6 Prozent ebenfalls über den Vergleichswerten anderer ostdeutscher Länder und Deutschlands.

„Die Ergebnisse zeigen: Thüringen ist ein innovativer Industriestandort mit leistungsfähigen mittelständischen Unternehmen, starken Forschungsnetzwerken und hoher technologischer Kompetenz“, sagte Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John auf der „InnoCON Thüringen 2026“ – der zentralen Netzwerkveranstaltung rund um das Thema Innovation – heute in Erfurt. „Unsere Unternehmen investieren in Forschung, Entwicklung und neue Technologien – das ist die Grundlage für Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und gute Arbeitsplätze.“

Insgesamt investierten Thüringer Unternehmen 2023 rund 2,2 Milliarden Euro in Innovationsaktivitäten, davon etwa 1,1 Milliarden Euro direkt in Forschung und Entwicklung (FuE). Diese „FuE-Intensität“ der Thüringer KMU lag mit 1,4 Prozent über anderen Regionen. Besonders hervorzuheben sind dabei Branchen wie die Elektroindustrie und die Mess-, Steuer- und Sensortechnik.

Auch die öffentliche Innovationsförderung wirkt: 40 Prozent der FuE-aktiven Unternehmen in Thüringen erhielten Zuschüsse für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben – deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt mit 26 Prozent. Besonders kleine Unternehmen profitieren von der Förderung des Landes.

Gleichzeitig macht die Studie deutlich, dass Thüringen den wirtschaftlichen Erfolg von Innovationen weiter steigern muss. Der Umsatzanteil mit Produktneuheiten liegt mit 7,8 Prozent noch unter dem Bundesdurchschnitt von 12,2 Prozent. Auch bei Kostensenkungen durch Prozessinnovationen besteht Aufholbedarf. Allerdings zeigt die Untersuchung auch: Dieses Defizit ist vor allem auf Großunternehmen zurückzuführen. Thüringer KMU dagegen – insbesondere Unternehmen mit 50 bis 249 Beschäftigten – erreichen beim Umsatzanteil mit Produktneuheiten Werte auf Bundesniveau oder darüber. Die Studie kommt deshalb zu dem Schluss, dass Thüringer Mittelständler ihre Innovationsmittel vergleichsweise effizient einsetzen und erfolgreich in marktfähige Ergebnisse umsetzen.

„Unsere Unternehmen zeigen eindrucksvoll, welches Innovationspotenzial in Thüringen steckt“, so die Ministerin. „Jetzt geht es darum, Forschungsergebnisse noch schneller und erfolgreicher in marktfähige Produkte, Dienstleistungen und Prozesse zu überführen. Genau dafür brauchen wir starke Kooperationen zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Netzwerken.“

Vor diesem Hintergrund fand heute in der Arena Erfurt die „InnoCON Thüringen 2026“ statt – die innovationspolitische Leitveranstaltung des Freistaats Thüringen. Unter dem Motto „Erfolg durch Kooperation und Vernetzung“ brachte die Veranstaltung Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Netzwerke und Förderinstitutionen zusammen. Im Mittelpunkt standen erfolgreiche Forschungs- und Entwicklungskooperationen, Technologietransfer sowie der Austausch über neue Innovationsprojekte.

Die InnoCON wird jährlich vom Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum gemeinsam mit der LEG Thüringen veranstaltet. Neben einer Keynote von Rudi De Winter, bis Oktober 2025 CEO der X-FAB Silicon Foundries SE, standen in diesem Jahr Praxisbeispiele erfolgreicher Thüringer Innovationsverbünde, interaktive Workshops und ein Speed-Dating für potenzielle FuE-Partner auf dem Programm. Begleitend präsentierten sich auf dem „InnoMARKT“ mehr als 20 innovative Unternehmen, Netzwerke und Forschungseinrichtungen aus Thüringen.

Andreas Krey, Sprecher der Geschäftsführung der LEG Thüringen, betonte die enorme Bedeutung technologischer Eigenständigkeit für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes: „In Zeiten geopolitischer Unsicherheit und globaler Lieferschwierigkeiten ist technologische Souveränität ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Wer Schlüsseltechnologien beherrscht, kann resilienter auf Störungen reagieren, eigene Handlungsspielräume sichern und Wertschöpfung im Land halten. Thüringen verfügt in wichtigen Zukunftsfeldern über starke industrielle und wissenschaftliche Kompetenzen – diese müssen wir konsequent weiter ausbauen und miteinander vernetzen.“

Die „Innovationserhebung Thüringen“ wurde im Rahmen der Umsetzung der Thüringer Innovationsstrategie 2024 erstmals als Zusatzerhebung zur Deutschen Innovationserhebung durchgeführt, die jährlich vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Auftrag des Bundesforschungsministeriums (BMFTR) erstellt wird. Erfasst wurden die Innovationsaktivitäten Thüringer Unternehmen für das Berichtsjahr 2023. Die Ergebnisse (Auswertungsstand: September 2025) basieren auf den aktuellsten verfügbaren Daten und sind bundesweit vergleichbar.

(Die „Innovationserhebung Thüringen“ steht unter https://wirtschaft.thueringen.de/fileadmin/wirtschaft/Innovationsfoerderung/Innovationserhebung_Thueringen_2024-_Zusammenfassung_Ergebnisse_Web.pdf zum Download bereit.)

Stephan Krauß
Pressesprecher
 

Diese Seite teilen

Weitere Werkzeuge