„Energie ist einer der entscheidenden Standort- und Wettbewerbsfaktoren für Thüringen. Das zeigen auch die aktuellen Zahlen. Rund ein Viertel des gesamten Endenergieverbrauchs im Freistaat entfällt auf die Industrie. Strom und Erdgas allein decken dabei zusammen rund zwei Drittel dieses Energiebedarfs. Gleichzeitig sehen nach dem aktuellen Konjunkturbericht der IHK Erfurt 85 Prozent der Unternehmen Energie- und Rohstoffpreise als Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung. Energiepolitik ist deshalb längst nicht mehr nur Klima- oder Umweltpolitik. Sie ist immer auch Wirtschafts- und Standortpolitik.
Wir brauchen deshalb eine Energiewende, die nicht nur ökologisch überzeugt, sondern auch ökonomisch funktioniert. Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit müssen wieder stärker in den Mittelpunkt rücken. Die Diskussionen auf Bundesebene zeigen, dass genau diese Fragen inzwischen stärker in den Fokus rücken. Es geht darum, den Ausbau erneuerbarer Energien, den Netzausbau, Speicher, gesicherte Leistung und die Bedürfnisse eines Industriestandorts besser zusammenzudenken.
Thüringen kann und will dazu einen eigenen Beitrag leisten. Mit dem Thüringer Energieplan schaffen wir dafür in diesem Jahr die Grundlage auf Landesebene. Wir wollen nicht von theoretischen Zielbildern ausgehen, sondern von den tatsächlichen Bedarfen von Unternehmen, Kommunen und Bürgern. Deshalb setzen wir auf einen breit angelegten Beteiligungsprozess mit Wirtschaft, Energiewirtschaft, Kammern, Kommunen, Wissenschaft und weiteren Fachakteuren. Unser Ziel ist eine Energiepolitik, die Planungssicherheit schafft, Investitionen ermöglicht und Thüringen als Wirtschaftsstandort stärkt.
Am Ende entscheidet nicht die Zahl der Strategiepapiere über den Erfolg der Energiewende. Entscheidend ist, ob Unternehmen investieren, neue Arbeitsplätze schaffen und Vertrauen in den Standort Thüringen haben. Daran wird sich auch der Erfolg unseres Energieplans messen lassen. Energie darf für Thüringen kein Standortnachteil sein – sie muss wieder ein Standortvorteil werden.“
Stephan Krauß
Pressesprecher