Wirtschaftsministerin Colette Boos-John hat heute gemeinsam mit dem Bürgermeister der Stadt Leinefelde-Worbis, Christian Zwingmann, und dem Geschäftsführer der Landesgartenschau Leinefelde-Worbis gGmbH, Stefan Nolte über die Vorbereitungen und Planungen für die am 23. April beginnende Landesgartenschau in Leinefelde-Worbis informiert. Diese steht unter dem Motto „Aussöhnung zwischen Stadt und Landschaft“. Zugleich blickte die Ministerin auf die Landesgartenschauen der kommenden Jahre voraus. Das Kabinett hat heute Pläne für eine weitere Landesgartenschau im Jahr 2036 und den Zeitplan für das dafür notwendige Bewerbungs- und Auswahlverfahren zur Kenntnis genommen.
Die Landesgartenschau in Leinefelde-Worbis findet vom 23. April bis zum 11. Oktober 2026 statt und dauert insgesamt 172 Tage. Erwartet werden rund 325.000 Besucherinnen und Besucher. Bereits im Vorverkauf wurden mehr als 3.800 Dauerkarten sowie über 12.000 Tageskarten verkauft – ein Ergebnis, das über den Erwartungen der Veranstalter liegt. Während der Laufzeit sind mehr als 1.230 Veranstaltungen geplant, von Ausstellungen und Workshops bis zu Konzerten, Familienfesten und Fachveranstaltungen.
„Landesgartenschauen sind weit mehr als bunte Blumenschauen. Sie sind ein kraftvolles Instrument der Stadtentwicklung“, sagte Ministerin Boos-John. „In kurzer Zeit entstehen neue Grünräume, verbessert sich die Lebensqualität, werden touristische Potenziale erschlossen und wirtschaftliche Impulse gesetzt. Leinefelde-Worbis zeigt eindrucksvoll, welchen Entwicklungsschub eine Landesgartenschau für eine Stadt und ihre Region auslösen kann.“
Nachhaltige Stadtentwicklung im Mittelpunkt
Im Zentrum der Landesgartenschau steht die Verbindung von Stadtentwicklung, Naturerlebnis und moderner Infrastruktur. Ausgangspunkt vieler Maßnahmen war ein ehemaliges Garagenareal am südlichen Stadtrand von Leinefelde, auf dem rund 850 Garagen abgerissen wurden. Auf dieser Fläche entsteht nun eine neue Gartenstadt mit Straßen, Wegen und hochwertigen Grünflächen. Weitere zentrale Projekte sind unter anderem:
- die Renaturierung des Flüsschens Ohne, der aus seinem Betonbett befreit wurde und nun wieder naturnah durch die Stadt fließt,
- die Aufwertung des Lunaparks und die erstmalige Öffnung des historischen Tüffers Gartens für die Öffentlichkeit,
- neue Wege, Spiel- und Sportanlagen sowie Grünflächen entlang der sogenannten Grünen Achse,
- sowie eine dauerhafte Freiluftausstellung zur mittelalterlichen Wüstung Kirrode, die während der Bauarbeiten archäologisch erschlossen wurde.
Investitionen mit großer Hebelwirkung
„Was hier entsteht, bleibt dauerhaft. Die Landesgartenschau ist kein kurzfristiges Ereignis, sondern ein langfristiger Gewinn für Stadt und Region“, so Boos-John. Der Freistaat Thüringen hat die Landesgartenschau in Leinefelde-Worbis deshalb auch mit Fördermitteln aus Landes-, Bundes- und EU-Programmen in Höhe von rund 30 Millionen Euro unterstützt. Hinzu kommen kommunale Eigenmittel von etwa 20 Millionen Euro. „Diese 50 Millionen Euro haben Investitionen von deutlich über 100 Millionen Euro in der Stadt ausgelöst“, betonte die Ministerin. „Genau darin liegt der besondere Hebeleffekt einer Landesgartenschau: Sie bringt Projekte in Bewegung, die ansonsten erst spät oder überhaupt nicht realisiert würden.“
Zu den begleitenden Infrastrukturmaßnahmen zählen unter anderem der Neubau von Straßen und Kreisverkehren, die Aufwertung des Bahnhofareals, der Neubau eines Busbahnhofs sowie Investitionen in Gewerbe- und Bildungsstandorte. Auch lokale Unternehmen profitieren: Viele Bau- und Planungsleistungen wurden von Firmen aus der Region umgesetzt.
Breites Programm und starke Beteiligung
Die Landesgartenschau präsentiert sich an mehreren Standorten innerhalb von Leinefelde-Worbis – unter anderem in der Südstadt, im Lunapark, im Augarten sowie entlang der Grünen Achse. Zu den besonderen Attraktionen zählen Themengärten, das Grüne Klassenzimmer, Ausstellungen zum Gartenbau und zur Stadtentwicklung sowie die Blumenschauen im sogenannten „Blumenblock“, einem ehemaligen Plattenbau, der für die Ausstellung neu gestaltet wurde.
Auch das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum beteiligt sich im Rahmen des Standortmarketings mit eigenen Angeboten, etwa mit dem „Gärtnertreff Thüringen“ im Themengarten „Grünes Herz – Der Garten Thüringens“. Dort werden unter anderem die Thüringer Gartenbautradition, grüne Berufe sowie Parks und Gärten im Freistaat vorgestellt. Zudem organisiert das Ministerium am 31. Mai 2026 einen Familien-Aktionstag mit Mitmachangeboten rund um Gartenbau und Landwirtschaft. „Wir sind nicht nur Fördermittelgeber, sondern aktiver Partner dieser Landesgartenschau. Wir wollen hier zeigen, welche Bedeutung Gartenbau, Landwirtschaft und Grüne Berufe für Thüringen haben“, sagte Boos-John.
Ein besonderes Merkmal der Gartenschau ist auch die starke Unterstützung aus der Bevölkerung: Rund 150 Ehrenamtliche engagieren sich im Besucherdienst und als Gästeführerinnen und Gästeführer. Zusätzlich konnten Sponsoringmittel von über einer Million Euro eingeworben werden.
Thüringen setzt Landesgartenschauen fort
Nach der Landesgartenschau in Leinefelde-Worbis setzt Thüringen die Erfolgsgeschichte der Landesgartenschauen konsequent fort. Bereits beschlossen sind weitere Gartenschauen:
- 2030 in der Orlaregion (Pößneck, Neustadt an der Orla und Triptis) unter dem Motto „Zusammen.Wachsen“,
- 2032 in Altenburg unter dem Motto „Garten.Schau.Spiele.Stadt“.
Darüber hinaus hat das Thüringer Kabinett am heutigen Tag entschieden, eine weitere Landesgartenschau im Jahr 2036 auszurichten. Das Bewerbungs- und Auswahlverfahren startet im Mai 2026 mit der Veröffentlichung im Thüringer Staatsanzeiger. Die Entscheidung über den Austragungsort ist für das zweite Quartal 2028 vorgesehen. Für die Durchführung sind derzeit Fördermittel von rund 6,6 Millionen Euro eingeplant.
„Wir wollen die Erfolgsgeschichte der Landesgartenschauen konsequent fortsetzen. Ich lade alle interessierten Städte, Gemeinden und Landkreise ausdrücklich ein, sich um die Ausrichtung zu bewerben“, sagte Ministerin Boos-John. „Wer eine Landesgartenschau durchführt, gewinnt nicht nur ein Großereignis – sondern einen nachhaltigen Entwicklungsschub für die gesamte Region. Leinefelde-Worbis zeigt schon heute, welches Potenzial darin steckt.“
Stephan Krauß
Pressesprecher